Sechs Schritte zum maßgeschneiderten Verrechnungspreissystem

Wie der Kuchen verteilt wird zählt!

Rechte Tasche, linke Tasche – aufwändig, aber für das Management nicht relevant!

Manager über Verrechnungspreise


Der Weg von links nach rechts – das Verrechnungspreissystem – beeinflusst eine Reihe unternehmerischer Entscheidungen wie:

  • Eigenfertigung oder Fremdbezug einer Komponenten oder Dienstleistung;
  • Investitionsentscheidungen;
  • Zuordnung von Märkten und Kunden auf Konzerngesellschaften;

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    Die Entscheidungen
  • Zuordnung von Produkten auf Konzerngesellschaften;
  • Belieferung von Märkten/Regionen
  • Produktmix
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Die Einflussfaktoren

Darüber hinaus kann das Verrechnungspreissystem Einfluss auf die Leistungsbeurteilung des Managements der verschiedenen Konzerngesellschaften haben. Letztlich sind Unternehmen dann nachhaltig erfolgreich, wenn die Strategie, die Geschäfts- und Entscheidungsprozesse den Anforderungen des Marktes/der Kunden gerecht werden. Die Steuerstrategie ist mithin nur einer von vielen Faktoren, die die Gestaltung eines Verrechnungspreissystems beeinflussen.

Die Vorgehensweise ist darauf ausgerichtete, die jeweils beste Verrechnungspreismethode anzuwenden

Die Herausforderung besteht darin, ein System zu konzipieren, das einerseits betriebswirtschaftlich-strategische Entscheidungen unterstützt und andererseits etwaige steuerliche Risiken begrenzt. Ein Verrechnungspreissystem ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse, die aus sechs Arbeitsschritten besteht.

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Die Vorgehensweise
1.) Die Strategie des Unternehmens verstehen

Welche Ziele verfolgt die Gruppe vor dem Hintergrund der jeweiligen Markt- und Wettbewerbssituation bzw. der Kundenanforderungen? (Technologie- oder Kostenführerschaft …)

2.) Die Geschäfts- und Entscheidungsprozesse analysieren

Wie werden wesentliche unternehmerische Entscheidungen über die Produkt- und Servicepalette, die Produktentwicklung, die Marktbearbeitung und -erschließung getroffen? Welche Faktoren bestimmen den Kundennutzen und letztlich den Verkaufspreis?…

3.) Funktions- und Risikoprofile der Gesellschaften erstellen

Die Funktionen der Konzerngesellschaften wie Import/Vertrieb, (Lohn-)Fertigung, (Auftrags-)Entwicklung und die Erbringung von Dienstleistungen werden identifiziert. Die GuVs und Bilanzen werden entsprechend segmentiert. Die zugeordneten Geschäftsrisiken werden identifiziert.

4.) Die Transaktionsflüsse analysieren

Mit der systematischen Auswertung der Transaktionen zwischen den Konzerngesellschaften entsteht ein Überblick über die Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den einzelnen Konzerngesellschaften.

5.) Die beste Verrechnungspreismethode auswählen

Die OECD Verrechnungspreismethoden bilden die Bausteine des Systems. Die Funktions- und Risikoprofile sowie Kriterien wie strategischer Fit, steuerliche Vertretbarkeit und administrativer Aufwand werden bei der Wahl der Methoden berücksichtigt. Ändern sich die Methoden gegenüber vorangegangenen Jahren, sind die Auswirkungen einer Anwendung der Neuregelung auf steuerlich noch offene Geschäftsjahre ebenfalls zu berücksichtigen.

6.) Das Verrechnungspreissystem implementieren

Es gilt, die Bestimmung und Anpassung der Verrechnungspreise in die Geschäftsprozesse des Konzerns zu integrieren. Ziel sollte es sein, die Preise für die Transaktionen zwischen Konzerngesellschaften weitgehend automatisiert nach den vereinbarten Verfahren zu bestimmen.

Ein so entwickeltes Verrechnungspreissystem ist nicht statisch sondern muss regelmäßig überprüft und den sich ändernden Anforderungen angepasst werden.